Bologna

03. bis 08.02.2020 - Job-Shadowing

Eine sechsköpfige Delegation der Mornewegschule, erweitert durch das  zuständigen Beratungs- und Förderzentrum der Herderschule, besuchte zum zweiten Mal die ITC Salvemini in Casalecchio di Reno im Rahmen des Erasmusprojekts "Inklusion in Italien".
Während unseres Job-Shadowings besuchten wir wieder das Schulamt, um uns mit neuen Informationen auf den aktuellen Stand zu bringen.
Bewundernswert war, wie viele neue Projekte innerhalb eines Jahres auf den Weg gebracht wurden.
An unserer Partnerschule konnten wir in zahlreichen Workshops Einblicke in die inklusive Arbeit erhalten. Die Arbeit ist geprägt von besonderer Wertschätzung, Einfühlungsvermögen, Normalität im Umgang mit Beeinträchtigung und gegenseitiger Akzeptanz.
Wir starteten mit dem Theaterworkshop, bei dem die Schüler in Selbstwahrnehmung und Selbstdisziplin geschult wurden. Interessanterweise erfolgte die Kommunikation auch über Gebärdensprache.
Der Musikworkshop zeichnete sich durch spontane Improvisation aus. Hier wurden Rock- und Popsongs von Schülern/-innen an Instrumenten begleitet.

Der Kurs "Textiles Gestalten" fand in einer Eins-zu-eins-Betreuungssituation statt und alle Schüler kamen am Unterrichtsende zu einem sinnvollen Ergebnis. Je nach Fähigkeiten der einzelnen Schüler konnte die Schablone auf einen Stoff übertragen werden, während andere umfangreicher unterstützt werden mussten. Das dort erstellte Produkt wird auf einem Basar verkauft und der Erlös für eine Partnerschule in Afrika gespendet.
Durch vielfältige Hospitationen konnten wir uns Eindrücke über umgesetzte Inklusion in den Klassen verschaffen. Dabei war beeindruckend, wie selbstverständlich die beeinträchtigten Schüler in den Klassen integriert sind. Es wurde immer wieder deutlich, dass das gemeinsame Lernen aller Beteiligten im Vordergrund steht sowie als Bereicherung für die Klasse und entwicklungsfördernd für den Einzelnen  angesehen wird.

Das Handicapzentrum, das wir ebenfalls in dieser Woche besuchten,  hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesellschaft durch gemeinnützige Projekte zu bereichern, etwas zurück zu geben und zu einer toleranten, vielfältigen und offenen Gesellschaft beizutragen.
Außerdem wurde das Programm durch Hospitationen in einem Kindergarten und einer Grundschule erweitert.
Berührt hat uns die Sichtweise auf Beeinträchtigung als einen Gewinn für die Gesellschaft und nicht als Defizit eines Einzelnen.
Dies hat uns dazu angeregt, das Tutorensystem als Vorbild für unsere eigene Arbeit mitzunehmen.

4. bis 9. Februar 2019 - Inklusion in Italien

Eine vierköpfige Delegation der Mornewegschule Darmstadt hat sich im Rahmen eines Erasmusprojektes vom 4. bis 9. Februar 2019 in Bologna zum Thema Inklusion informiert.

Zu der Partnerschule ITCS Gaetano Salvemini in Casalecchio di Reno unterhält die Mornewegschule seit mehreren Jahren eine Partnerschaft in der gegenseitig Betriebspraktika stattfinden.

In Italien sind bereits seit 1977 die „Sonderschulen“ für beeinträchtigte Schüler seitens des Gesetzgebers vollständig aufgelöst. Sie besuchen seitdem ausschließlich Regelschulen.

Während des Job-Shadowings wurde ein Einblick in organisatorische, pädagogische und didaktische Aspekte gewährt. Von den 1500 Schülern der ITCS Salvemini sind 60 Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen, die in Gruppen von jeweils 10 Schülern von 5 Lehrern gefördert werden. Unterstützt wird jede Gruppe von unbeeinträchtigten Schülern. Für die Schüler gehört die Begleitung eines beeinträchtigten Mitschülers zum Stundenplan. In einigen Fächern nehmen die beeinträchtigten Schüler am Regelunterricht teil. Außerhalb des Regelunterrichts werden die Schüler entsprechend ihren Möglichkeiten individuell gefördert. Am Ende des Schuljahres erhalten die beeinträchtigten Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat über die erworbenen Kompetenzen.

Besonders bewegt hat die Lehrer der Mornewegschule, Monika Blume, Samir Kamboui, Ulrike Steck und Katharina Wohlmuth die Arbeitsatmosphäre, geprägt vom souveränen Umgang mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sowie die spezielle Förderung durch die Unterstützungslehrer.

Eine schwerstkörperlich beeinträchtigte ehemalige Schülerin ist es ein Anliegen, der Gesellschaft etwas zu geben. Sie hat Pädagogik studiert und setzt sich nun für die Belange von behinderten Menschen ein.

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms Erasmus + finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Externe Links:

European Commission

Deutscher Akademischer Austauschdienst